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Gallin

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Gallin wurde erstmals im Jahr 1192 urkundlich erwähnt und ist damit der älteste Ortsteil der Gemeinde.

 

Ortsprägend für Gallin ist die alte Windmühle am Dorfeingang auf der linken Seite aus Richtung Kuppentin kommend.

 

Der Ort ist durch einen landwirtschaftlichen Betrieb geprägt.

 

Kommunaler Mittelpunkt ist das neu geschaffene Gemeindezentrum in Gallin.

 

In der Turnhalle und auf dem Sportplatz ist die 2011 gegründete SG Gallin-Kuppentin in den Sportarten Tischtennis und Fußball im Wettspielbetrieb aktiv. Die Frauen der Gymnastikgruppe betreiben regelmäßigwöchentlich Freizeitsport.

 

www.sg-gallin-kuppentin.mein-verein.de

 

 

Nähe und Geborgenheit- ein Lebensgefühl

 

Jeden Donnerstag im Monat und das nun schon seit 15 Jahren, trifft sich die Frauengruppe Gallin, auch Damenkreis genannt, zum gemütlichen, geselligen Nachmittag.

Wurde vor vielen Jahren zunächst gewürfelt und wurden Gesellschaftsspiele gespielt, so stehen das Singen, das Rommeespielen und die Kaffeerunde seit einigen Jahren im Mittelpunkt. Auch ein selbst gedichtetesRentnerlied gibt es.

Von einigen Teilnehmerinnen mussste schon Abschied genommen werden, dafür kamen Neue hinzu und mittlerweile sind es 11 Frauen im Alter von 68 bis 95 Jahren.

Die gute Seele, die unermüdlich tätig ist und bei der alle Fäden zusammen laufen, ist

Traudi Lux.

Und immer gibt es viel zu schnacken, beileibe aber nicht daher reden über andere Leute, zu lachen und zu lauschen, wenn etwas vorgelesen wird. Auch der Austausch von

alltäglichen Dingen kann Spaß machen und manchmal auch das Selbstvertrauen stärken.

Einmal im Monat ist Pastor Christian Banek zu Gast, der durch knifflige Wissenstests und

Ratespiele die kleinen grauen Zellen aktiviert.

Alle finden es schön, in einer Gemeinschaft zu leben, die zusammenhält.

Welch’ unvergessliche Ausflüge, bis hin nach Rostock, hat die Gruppe schon unternommen, beim Fasching ist immer was los, Familienfeiern wurden durch kleine Programme bereichert und auch die Polizei war schon da, um Tipps zu geben zu Haustürbesuchen und Enkeltrickverhalten.

Das 15-Jährige wurde an einem Grillnachmittag schon zünftig begangen, als dann noch eine große Überraschung ins Haus schneite : Die Frauen erhielten eine geldliche Zuwendung von 150 € von der Jagdgenossenschaft Gallin. Alle waren sprachlos und die Freude war sehr groß.

Die Frauengruppe bedankt sich ganz herzlich für diese Spende, konnte doch jetzt bei strahlendem Sonnenschein eine Dampferfahrt nach Malchow unternommen werden, bei der es kulinarische Köstlichkeiten und viel Freude gab.

Keine Angst davor, sich allein zu fühlen, für den anderen da zu sein, wenn er Hilfe braucht- wie wichtig ist das alles !

Voller Dankbarkeit schauen alle zurück und voller Hoffnung in die Zukunft, die eine einigermaßen zufriedenstellende Gesundheit und viel Lebensfreude für alle bringen möge.

 

Hannelore Weiland

 

Zum Altwerden ist immer noch Zeit

 

Es gibt alte Menschen, die zu kennen ein Segen ist.

Zu ihnen gehört Gertrud Lux aus Gallin, liebevoll Tante Trudchen genannt.

Vor einigen Tagen konnte sie auf fast ein ganzes Jahrhundert zurückblicken, denn 95 Jahre sind seit dem Tag ihrer Geburt vergangen.

Wie viel hat die Frau mit den gütigen Augen und dem Lächeln in all diesen bewegten Jahrzehnten erlebt !

Bis heute erinnert sie sich voller Liebe an Cadinen in Ostpreußen am

Frischen Haff, wo sie von 1924-1945 gelebt hat. Lebhaft erzählt sie von dem Gestüt mit den Trakehnern, den Kacheln aus der Majolika Werkstatt und der

Baysen- Eiche, heute einer der ältesten Bäume Polens.

Eine warmherzige Erinnerung hat sie an Prinz Louis Ferdinand von Preußen, seine Frau Kira und die Kinder, die in Cadinen sozusagen ihre Nachbarn waren.

Spannend und anrührend hört sich an, was Gertrud Lux durchgemacht und überwunden hat. Als junge Frau, gerade einmal sechs Jahre verheiratet, wurde sie 1945 mit unzähligen Leidensgenossen, auch ihrem Mann, zur Zwangsarbeit in die damalige Sowjetunion verschleppt. In mehreren Lagern hat sie eisige Kälte erlebt, kärgliche Nahrung und Schwerstarbeit beim Straßenbau, im Bergwerk und doch auch Hilfe und Füreinander da sein.

1949 aus einem Lager in der Ukraine entlassen, fand sie durch das Rote Kreuz ihre Familie hier in Mecklenburg; nur ihren Mann Max sah sie nie wieder...

So wie sie seinerzeit auf dem Gut in Cadinen in der Landwirtschaft arbeitete, war sie auch bis zur Rente in der LPG tätig, heiratete einen guten Mann und hat heute viel Freude an Tochter, Enkeln und Urenkeln.

Und nun dieses ganz besondere Ereignis : ein Tag voller Glückwünsche, Blumen und Geschenke, mit leckerem Essen und Sekt und natürlich vor allem :

mit Menschen, die ihr am meisten am Herzen liegen. Und dann noch dieser

Überraschungsgast, ein 94jähriger Mitschüler aus ihrem Heimatdorf, das

Blitzen des Erkennens in den Augen und die Umarmung: „ Bist du das,August?“

Wenn man zwar sein langes Leben gelebt hat, aber nicht verzagt ist, sondern jeden Tag bewusst erlebt und an allem Anteil nimmt, eine tiefe innere

Zufriedenheit ausstrahlt, so ist das doch auch ein Geschenk.

Und den Worten des Ministerpräsidenten: „Möge Ihnen Ihr Lebensabend noch viele glückliche Jahre bei guter Gesundheit bescheren.“ schließen sich alle aus vollem Herzen an.

 

                                                              Hannelore Weiland

 


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